Bei den Deutzer Kastellfesten präsentieren wir…

...die mehr als 1700-jährige Deutzer und somit Kölner Stadtgeschichte und möchten diese mit möglichst vielen authentischen Darstellungen erlebbar werden lassen. Interessierte Geschichtsvereine, Reenactment-Gruppen und Einzeldarsteller der Römer- und Germanenzeit, des Mittelalters und der Neuzeit sind daher ganz herzlich zur Teilnahme eingeladen!

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Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Teilnehmer/innen und Gäste des 9. Deutzer Kastellfestes !

In diesem Jahr veranstaltet der FHPD nun bereits das 9. Deutzer Kastellfest, ein Geschichts- & Kulturevent, das durch seine konzeptionelle Ausrichtung mit einer Mischung aus Vermittlung und erlebbarer Darstellung geschichtlicher Hintergründe, Unterhaltung durch Konzerte und ein buntes Bühnenprogramm und nicht zuletzt mit der Möglichkeit aktiver Teilnahme der Besucherinnen und Besucher am angebotenen Programm, sicher eine Veranstaltung mit besonderen Alleinstellungsmerkmalen ist.

Epochenfeste, die eine ganz bestimmte Zeit zum Thema haben, gibt es sicher viele. So kennen wir Römertage, Mittelalterfestivals oder den Tag der preußischen Forts. Bei den Deutzer Kastellfesten wollen wir aber die gesamte historische Entwicklung einer Region aufzeigen, nämlich die mehr als 1700-jährige Geschichte von Deutz als Keimzelle für die Entwicklung des rechtsrheinischen Köln. Schließlich handelt es sich hier doch um die Wiege des zweitältesten Teils der Stadt Köln!

Da mag der Name Kastellfest vielleicht ein wenig irreführend sein, ist aber dem Ursprung dieser Feste geschuldet. So lag der Schwerpunkt des ersten Kastellfestes von 2011 tatsächlich noch in der Römerzeit. Damals wollten wir mit einer relativ überschaubaren Aktion auf die historische Bedeutung des Stadtraumes rund um das ehemalige Benediktinerkloster St. Heribert aufmerksam machen, die, wie wir damals feststellen mussten, über Jahrzehnte in der Öffentlichkeit in Vergessenheit geraten war. Obwohl es sich hier um ein eingetragenes Bodendenkmal handelt, kannte beispielsweise kaum jemand die Bedeutung der recht hochwertigen Pflasterungen aus den 1970er Jahren, die rund um die ehemalige Klosteranlage zu finden sind und mit denen die Lage der Mauern und Gebäude des spätrömischen Kastells Divitia gekennzeichnet wurden. Sicher eine gute Möglichkeit Historisches zu kennzeichnen und Archäologie zu vermitteln, aber sie waren eben einfach nur da, ohne in irgendeiner Weise erklärt zu werden. So konnte Vermittlung natürlich nicht gelingen und das gesamte Bodendenkmal geriet mehr oder weniger in Vergessenheit.

Schnell zeigte sich dann aber in den Folgejahren, dass wir bei einem Kastellfest allein mit dem Bespielen der Römerzeit dem besonders hohen historischen Wert, und wie sich bei den Grabungen des Römisch-Germanischen Museums herausstellte, auch der archäologischen Bedeutung dieses Areals nicht gerecht wurden.

So entwickelte sich aus den ersten Kastellfesten das, was es heute ist: ein Geschichts- & Kulturfestival auf Basis einer Benefizveranstaltung, das die mehr als 1700 Jahre Deutz zum Thema hat und mittlerweile weit über die Kölner Stadtgrenzen hinaus Beachtung und Anerkennung findet.

Dass wir dabei mit der großartigen Unterstützung durch den Landschaftsverbands Rheinland (LVR) und durch viele Stellen der Stadt Köln rechnen können, macht uns sicher dankbar, aber auch ein wenig stolz, sehen wir darin doch nicht nur Hilfe, sondern auch Anerkennung.

Aber was wären die Kastellfeste ohne die vielen mit uns befreundeten Vereine, die Geschichts- und Kulturvereine, die Reenactment-Gruppen, und nicht zuletzt unsere vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die mit großem Einsatz zum Erfolg der Deutzer Kastellfeste beitragen? Ohne sie alle hätten wir eine ziemlich große, aber auch ziemlich leere Festwiese. Daher hier einmal ein ganz herzliches Dankeschön an alle mit denen ein Deutzer Kastellfest erst möglich wird!

Und nun wünsche ich uns allen ein besonders schönes und gelungenes Festmit vielen tollen Eindrücken bei bester Stimmung und herrlichem Sommerwetter!

Ihr/Euer
Thomas-Georg Tremblau
Vorsitzender des FHPD

Grußwort der Oberbürgermeisterin Henriette Reker – Schirmherrin des 8. Deutzer Kastellfestes 2018

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

seit den ersten archäologischen Ausgrabungen in Deutz am Ende des 19. Jahrhunderts sind im Herzen des rechtsrheinischen Köln immer wieder Zeugnisse der mehr als 1.700 Jahre zurückreichenden Ortsgeschichte ans Tageslicht gekommen. Vor allem den Spuren des spätrömischen Kastells DIVITIA, aus dem sich der Name des modernen Stadtteils Deutz ableitet, galt die Aufmerksamkeit der frühen Ausgräber. Die mächtige Festung, errichtet zu Beginn des vierten Jahrhunderts n. Chr. im Auftrag des Kaisers Konstantin, war Teil der Grenzsicherung des römischen Reiches am Rhein, die vom Bodensee bis zur Nordsee reichte.

Niederländische und deutsche Archäologen bereiten derzeit einen Antrag bei der UNESCO vor, damit auch das letzte Teilstück diese gewaltigen Bodendenkmals zum kulturellen Welterbe wird. Im Jahr 2021 wird das Kastell Divitia-Deutz, so hoffe ich, gemeinsam mit den vielen anderen römischen Kastellen zwischen Mittelrhein und Nordsee Teil des zukünftigen UNESCO-Welterbes „Niedergermanischer Limes“ sein. Das Deutzer Kastell könnte dann zukünftig in einem Atemzug mit dem einzigartigen römischen Statthalterpalast unter unserem Historischen Rathaus und dem Flottenkastell Alteburg im heutigen Stadtteil Marienburg genannt werden. Auf Kölner Boden würden somit beiderseits des Rheins somit drei herausragende Denkmäler römischer Reichsgeschichte zu bewundern sein.

Die moderne Stadtarchäologie hat ihre Forschungsschwerpunkte stetig erweitert. Längst widmet sie sich, nicht nur in Köln, auch der Archäologie jüngerer Zeitepochen. So auch in Deutz: Seit 2010 wurden im Zuge der Realisierung des Rheinboulevards umfassende Ausgrabungen von den Archäologen des Römisch-Germanischen Museums unternommen, die detailliert alle Spuren und Zeugnisse der Vergangenheit dokumentierten.

Erwartungsgemäß kamen bei diesen Untersuchungen Zeugnisse aus spätrömischer Zeit ans Tageslicht. Doch dabei blieb es nicht! In vielen Funden aus Mittelalter und Neuzeit spiegelt sich die facettenreiche Deutzer Vergangenheit, vom Wehrturm der Grafen zu Berg, über die mittelalterliche Kirchenruine Alt St. Urban bis hin zu den baulichen Resten des Bahnhofs der Bergisch-Märkischen Eisenbahn aus dem späten 19. Jahrhundert wider.

Viele historische Zeugnisse konnten dauerhaft erhalten und in die Gestaltung des Deutzer Rheinufers eingebunden werden. Gemeinsam mit der ehrwürdigen Kirche Alt St. Heribert, deren Wurzeln bis in die Zeit um 1000 zurückführen, dem zugehörigen Barockkloster und den Fundamenten des östlichen Kastelltors, ist so ein beeindruckendes Denkmalensemble entstanden, das die lange Deutzer Geschichte würdig präsentiert.

Ich danke sehr den Mitgliedern des Fördervereins Historischer Park Deutz für ihr Engagement. Durch ihren nachhaltigen Einsatz tragen sie dazu bei, dass diese Geschichte in der Öffentlichkeit das Interesse findet, das ihr zusteht.

Allen viel Freude und interessante Einblicke in die Deutzer Geschichte wünscht Ihnen

Henriette Reker
Oberbürgermeisterin der Stadt Köln

Grußwort 2018 der LVR-Direktorin Ulrike Lubek

Liebe Gäste und Mitwirkende,
verehrte Organisatorinnen und Organisatoren des Deutzer Kastellfestes,

der Landschaftsverband Rheinland (LVR) freut sich sehr, auch in 2018 wieder Gastgeber des inzwischen 8. Deutzer Kastellfestes sein zu dürfen.

Ursprung des Festes war die Idee von Deutzer Bürgerinnen und Bürgern, die besondere Pflasterung zur Kennzeichnung der im Boden befindlichen archäologischen Reste der nördlichen Außenmauer des römischen Kastells Divita zu reinigen und durch farbliche Markierungen wieder stärker in das Bewusstsein der Passantinnen und Passanten zu rücken.

Aus dieser schönen Idee entstand ein bemerkenswertes Fest, das nun seit 2011 mit stets abwechslungsreichem Programm zahlreiche Gäste nicht nur aus dem Rechtsrheinischen nach Deutz lockt. Organisiert und verantwortet wird das bunte Treiben vom „Förderverein Historischer Park Deutz e.V.“, dem es immer ein ganz besonderes Anliegen ist, seinen Gästen nicht nur ein vergnügliches, sondern auch ein informatives und lehrreiches Fest rund um 1.700 Jahre Deutzer und damit auch Kölner Stadtgeschichte zu bieten.

Solch bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement, das zum kulturellen Zusammenhalt und zur Identität einer ganzen Region beiträgt, unterstützt der LVR mit großer Freude.

Unsere Region, das Rheinland, ist eine der ältesten, vielfältigsten und vitalsten Kulturlandschaften Europas. Sie zu bewahren und zu pflegen kann nicht nur in den Händen einzelner Institutionen oder Behörden liegen. Damit unsere Kulturlandschaft so vielfältig und so vital bleibt, ist das vielseitige Engagement von Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Kenntnissen und Fähigkeiten von großer Bedeutung. Hier in Deutz leistet der „Förderverein Historischer Park Deutz“ mit seinem Einsatz für die Bewahrung der archäologischen Bodenfunde eine unverzichtbare Arbeit.

Es ist dem LVR eine Ehre, das 8. Deutzer Kastellfest am 23. Juni 2018 mit eröffnen zu dürfen: Seien Sie gespannt auf den LVR-Chor, der die Eröffnungsreden begleitet, auf das
LVR-Kulturmobil und auf den Informationsstand des Archäologischen Landschaftsparks Nettersheim, an dessen Entstehung der LVR über das Projekt „Erlebnisraum Römerstraße“ beteiligt war.

Für das 8. Deutzer Kastellfest wünsche ich den Organisatorinnen und Organisatoren viel Erfolg sowie Zuspruch und allen Besucherinnen und Besuchern neben guter Unterhaltung viel Sonnenschein.

Ihre
Ulrike Lubek
LVR-Direktorin