Wir präsentieren...

...die mehr als 1700-jährige Deutzer und somit Kölner Stadtgeschichte und möchten diese mit möglichst vielen authentischen Darstellungen erlebbar werden lassen. Interessierte Reenactment-Gruppen der Römer und Germanen, des Mittelalters und der Neuzeit können sich gerne melden!

Grußwort der Oberbürgermeisterin Henriette Reker – Schirmherrin des 8. Deutzer Kastellfestes 2018

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

seit den ersten archäologischen Ausgrabungen in Deutz am Ende des 19. Jahrhunderts sind im Herzen des rechtsrheinischen Köln immer wieder Zeugnisse der mehr als 1.700 Jahre zurückreichenden Ortsgeschichte ans Tageslicht gekommen. Vor allem den Spuren des spätrömischen Kastells DIVITIA, aus dem sich der Name des modernen Stadtteils Deutz ableitet, galt die Aufmerksamkeit der frühen Ausgräber. Die mächtige Festung, errichtet zu Beginn des vierten Jahrhunderts n. Chr. im Auftrag des Kaisers Konstantin, war Teil der Grenzsicherung des römischen Reiches am Rhein, die vom Bodensee bis zur Nordsee reichte.

Niederländische und deutsche Archäologen bereiten derzeit einen Antrag bei der UNESCO vor, damit auch das letzte Teilstück diese gewaltigen Bodendenkmals zum kulturellen Welterbe wird. Im Jahr 2021 wird das Kastell Divitia-Deutz, so hoffe ich, gemeinsam mit den vielen anderen römischen Kastellen zwischen Mittelrhein und Nordsee Teil des zukünftigen UNESCO-Welterbes „Niedergermanischer Limes“ sein. Das Deutzer Kastell könnte dann zukünftig in einem Atemzug mit dem einzigartigen römischen Statthalterpalast unter unserem Historischen Rathaus und dem Flottenkastell Alteburg im heutigen Stadtteil Marienburg genannt werden. Auf Kölner Boden würden somit beiderseits des Rheins somit drei herausragende Denkmäler römischer Reichsgeschichte zu bewundern sein.

Die moderne Stadtarchäologie hat ihre Forschungsschwerpunkte stetig erweitert. Längst widmet sie sich, nicht nur in Köln, auch der Archäologie jüngerer Zeitepochen. So auch in Deutz: Seit 2010 wurden im Zuge der Realisierung des Rheinboulevards umfassende Ausgrabungen von den Archäologen des Römisch-Germanischen Museums unternommen, die detailliert alle Spuren und Zeugnisse der Vergangenheit dokumentierten.

Erwartungsgemäß kamen bei diesen Untersuchungen Zeugnisse aus spätrömischer Zeit ans Tageslicht. Doch dabei blieb es nicht! In vielen Funden aus Mittelalter und Neuzeit spiegelt sich die facettenreiche Deutzer Vergangenheit, vom Wehrturm der Grafen zu Berg, über die mittelalterliche Kirchenruine Alt St. Urban bis hin zu den baulichen Resten des Bahnhofs der Bergisch-Märkischen Eisenbahn aus dem späten 19. Jahrhundert wider.

Viele historische Zeugnisse konnten dauerhaft erhalten und in die Gestaltung des Deutzer Rheinufers eingebunden werden. Gemeinsam mit der ehrwürdigen Kirche Alt St. Heribert, deren Wurzeln bis in die Zeit um 1000 zurückführen, dem zugehörigen Barockkloster und den Fundamenten des östlichen Kastelltors, ist so ein beeindruckendes Denkmalensemble entstanden, das die lange Deutzer Geschichte würdig präsentiert.

Ich danke sehr den Mitgliedern des Fördervereins Historischer Park Deutz für ihr Engagement. Durch ihren nachhaltigen Einsatz tragen sie dazu bei, dass diese Geschichte in der Öffentlichkeit das Interesse findet, das ihr zusteht.

Allen viel Freude und interessante Einblicke in die Deutzer Geschichte wünscht Ihnen

Henriette Reker
Oberbürgermeisterin der Stadt Köln


Grußwort der LVR-Direktorin Ulrike Lubek

Liebe Gäste und Mitwirkende,
verehrte Organisatorinnen und Organisatoren des Deutzer Kastellfestes,

der Landschaftsverband Rheinland (LVR) freut sich sehr, auch in 2018 wieder Gastgeber des inzwischen 8. Deutzer Kastellfestes sein zu dürfen.

Ursprung des Festes war die Idee von Deutzer Bürgerinnen und Bürgern, die besondere Pflasterung zur Kennzeichnung der im Boden befindlichen archäologischen Reste der nördlichen Außenmauer des römischen Kastells Divita zu reinigen und durch farbliche Markierungen wieder stärker in das Bewusstsein der Passantinnen und Passanten zu rücken.

Aus dieser schönen Idee entstand ein bemerkenswertes Fest, das nun seit 2011 mit stets abwechslungsreichem Programm zahlreiche Gäste nicht nur aus dem Rechtsrheinischen nach Deutz lockt. Organisiert und verantwortet wird das bunte Treiben vom „Förderverein Historischer Park Deutz e.V.“, dem es immer ein ganz besonderes Anliegen ist, seinen Gästen nicht nur ein vergnügliches, sondern auch ein informatives und lehrreiches Fest rund um 1.700 Jahre Deutzer und damit auch Kölner Stadtgeschichte zu bieten.

Solch bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement, das zum kulturellen Zusammenhalt und zur Identität einer ganzen Region beiträgt, unterstützt der LVR mit großer Freude.

Unsere Region, das Rheinland, ist eine der ältesten, vielfältigsten und vitalsten Kulturlandschaften Europas. Sie zu bewahren und zu pflegen kann nicht nur in den Händen einzelner Institutionen oder Behörden liegen. Damit unsere Kulturlandschaft so vielfältig und so vital bleibt, ist das vielseitige Engagement von Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Kenntnissen und Fähigkeiten von großer Bedeutung. Hier in Deutz leistet der „Förderverein Historischer Park Deutz“ mit seinem Einsatz für die Bewahrung der archäologischen Bodenfunde eine unverzichtbare Arbeit.

Es ist dem LVR eine Ehre, das 8. Deutzer Kastellfest am 23. Juni 2018 mit eröffnen zu dürfen: Seien Sie gespannt auf den LVR-Chor, der die Eröffnungsreden begleitet, auf das
LVR-Kulturmobil und auf den Informationsstand des Archäologischen Landschaftsparks Nettersheim, an dessen Entstehung der LVR über das Projekt „Erlebnisraum Römerstraße“ beteiligt war.

Für das 8. Deutzer Kastellfest wünsche ich den Organisatorinnen und Organisatoren viel Erfolg sowie Zuspruch und allen Besucherinnen und Besuchern neben guter Unterhaltung viel Sonnenschein.

Ihre
Ulrike Lubek
LVR-Direktorin